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Lese-, Hör- & Filmtipps 

(vom 9.12.2011)

 

Lesetipps

 

Little Bee von Chris Cleave

Manchmal wünscht sie sich, sie wäre eine englische Pfundmünze: dann würde sich nämlich jeder freuen, sie zu sehen. Little Bee ist 16 Jahre alt und stammt aus Afrika. In ihrer Heimat ist ihr Schreckliches zugestoßen, und seit zwei Jahren lebt sie in einem englischen Abschiebelager für Asylbewerber. Trotz allem ist sie ein Mensch voll Lebensfreude, Witz und Intelligenz. In England kennt sie außerhalb des Lagers nur zwei Menschen: Vor Jahren hat sie in Nigeria das Ehepaar Sarah und Andrew, die im englischen Kingston-upon-Thames ein privilegiertes Leben führen, kennengelernt. Ein furchtbares gemeinsames Erlebnis hat eine tragische Verbindung zwischen ihnen geschaffen. Als Little Bee aus dem Lager entlassen wird, ruft sie bei Sarah und Andrew an. Ein Anruf, der unvorhersehbare Folgen hat: Einige Tage später bringt sich Andrew um. Und kurz darauf steht Little Bee vor Sarahs Tür ...

 

Milchgeld von Volker Klüpfel

Krimi aus dem Allgäu
In seinem ersten Fall ermittelt der liebenswert-kantige Kommissar Kluftinger in einem Mord an einem Lebensmittelchemiker. Mit recht eigenwilligen Ermittlungsmethoden und den Kässpatzen seiner Frau kommt Kluftinger einem handfesten Skandal auf die Spur. Doch dann geschieht noch ein zweiter Mord.

 

Tuareg von Alberto Vázquez-Figueroa

Früher waren die Tuareg, die "Söhne des Windes", die Herren der westlichen Sahara. Einer dieser letzten Nomaden ist Gacel Sayah. Unbeirrbar hält er an der archaischen Lebensweise seiner Vorfahren fest, stolz verteidigt er die Überlieferungen seines Volkes gegen ihre Bedrohungen durch die Zivilisation. Als in seinem Zelt eines der heiligen Gesetze der Wüste, die Gastfreundschaft, brutal gebrochen wird, kann Gacel gar nicht anders, als an den Rechtsbrechern Rache zu nehmen. Doch diese Rache bedeutet zuletzt den Zerfall seiner Familie und seinen eigenen Tod

 

Den Mond aus den Angeln heben von Gregory Hughes

Bobs Schwester, die Ratte, ist das tollste Mädchen in ganz Kanada.
Wenn sie den Fussball durch den Präriegarten dribbelt, ist sie so glücklich wie sonst niemand. Wenn sie aristokratisch spricht, klingt sie wie der grösste Snob bei der BBC.
Und wenn sie etwas voraussagt, dann tritt es auf jeden Fall ein.
Nur wenn der Rapper Iceman im Fernsehen kommt, ist die Contenance der Ratte futsch. Dann biept sie, was das Zeug hält. Denn geflucht wird nicht.
Doch von einem Tag auf den anderen müssen Bob und die Ratte ihr Zuhause verlassen - die Frank-Sinatra-Songs zum Aufstehen, ihr Boot am Fluss, Bobs angebetete Lehrerin Miss Gabriela Felipe Méndez, ihren Freund Harold. Und die beiden Waisenkinder aus der Prärie machen sich auf einen verwegenen Roadtrip - quer durch Kanada und bis nach New York.

 

Die Toten vom Karst, Krimi von Veit Heinichen

Über Triest fegt die Bora nera, ein eiskalter Nordostwind, der die Stadt an der Adria unter einer dicken Schneedecke begräbt. Das Wetter passt zur Gemütslage des Kommissars Laurenti, den seine Frau verlassen hat, um in Ruhe über sich selbst nachzudenken. Sagt sie! Laurenti jedenfalls glaubt, dass sie mit einem Versicherungsvertreter durchgebrannt ist. Nur die Arbeit kann ihn ablenken. Und Arbeit gibt es derzeit gerade genug. Immer mehr Rechtsradikale versammeln sich in der Stadt, ein Haus fliegt in die Luft, ein Mord wird gemeldet, Schmuggler treiben ihr Unwesen, alte Rechnungen aus der Nachkriegszeit werden beglichen. Als im Karst ein grausamer Ritualmord passiert, beginnt sich das Puzzle zusammenzufügen.

 

Die Zeit der Wunder von Anne-Laure Bondoux

An dem Tag, als die Zollbeamten mich hinten im Lastwagen fanden, war ich zwölf Jahre alt. Ich roch so schlecht wie Abdelmaliks Müllhäuschen. Obwohl Monsieur Ha sich alle Mühe gegeben hatte, den offiziellen Stempel auf dem Foto in meinem Pass wiederherzustellen, glaubten die Zollbeamten nicht, dass ich ein echter kleiner Franzose war. Ich hätte ihnen gerne alles erklärt, aber dafür war mein Französisch zu schlecht. Also zogen sie mich am Kragen meines Pullovers aus dem Lastwagen und nahmen mich mit. So endete meine Kindheit: plötzlich und unerwartet, an der Autobahn A4, als mir klar wurde, dass ich allein im Land der Menschenrechte würde zurechtkommen müssen." Die Geschichte des Jungen Koumaïl, der aus den Kriegswirren des Kaukasus bis nach Frankreich flieht und nie den Mut und den Glauben an das Glück verliert. Und ein Buch darüber, wie weit Träume tragen.

 

In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge

Ein grosser Familienroman, aber auch ein Deutschlandroman, der ein halbes Jahrhundert deutsche Geschichte erzählt. Von den 1950er Jahren über die Wendezeit bis hinein ins neue Jahrtausend. Im Mittelpunkt stehen drei Generationen einer Familie: Die Grosseltern, die noch überzeugte Kommunisten waren und aus dem mexikanischen Exil in die junge DDR heimkehren. Ihr Sohn, der nach Moskau emigiriert ist, Jahre später mit einer russischen Frau zurückkommt und noch glaubt, dass er politisch etwas verändern kann. Und der Enkel, dem die DDR bald zu eng wird und der in den Westen geht - und damit die politischen Ideale der Familie in den Schatten stellt, sozusagen ins abnehmende Licht.

Schnee im April von Aly Cha

Dem Sog dieses Romans kann man sich nicht entziehen: In lakonischem Stil, aber mit grosser emotionaler Wucht zeichnet Aly Cha das Leben von vier Frauen nach, die alle tapfer versuchen, dem Schicksal, das für sie vorbestimmt scheint, zu entkommen.
Die sechsjährige Yuki wird von ihrer Mutter eines Nachts in Osaka abgeliefert, bei ihrer Grossmutter, die sie nie zuvor gesehen hat. Miho verspricht, zur Kirschblütenzeit zurück zu sein und ihre Tochter Yuki dann mit nach Amerika zu nehmen. Als jedoch im Garten die blassrosa
Blüten zu fallen beginnen, wird Asako klar, dass sie ihre Enkelin von nun an für immer bei sich hat. Schon vorher ahnte sie, dass Miho nie wieder einen Fuss in ihr Haus setzen würde. Dabei wollte Asako immer nur das Beste für ihre Tochter und wollte ganz anders sein als ihre eigene Mutter. Und doch kann sie nicht verhindern, dass sich
das Schicksal erbarmunglos wiederholt.

 

Hörtipps:

Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich von Kjersti A. Skomsvold

Ein Hörbuch, das im tiefsten Inneren berührt.
Mathea Martinsen ist fast hundert Jahre alt, lebt am Stadtrand von Oslo und hat gerade ihren geliebten Mann verloren. Für wen soll sie nach seinem Tod jetzt ihre Ohrenwärmer stricken? Mit wem kann sie nun über das Leben philosophieren? Mit Humor und grosser Zärtlichkeit zeichnet der Roman das Bild einer alten Dame, die Antworten auf die entscheidenden Fragen des Lebens sucht.

 

Die letzte Spur von Charlotte Link

Elaine Dawson ist vom Pech verfolgt. Als sie nach Gibraltar zur Hochzeit einer Freundin reisen will, werden sämtliche Flüge in Heathrow wegen Nebels gestrichen. Anstatt in der Abflughalle zu warten, nimmt sie das Angebot eines Fremden an, in seiner Wohnung zu übernachten und wird von diesem Moment an nie wieder gesehen. Fünf Jahre später rollt die Journalistin Rosanna Hamilton den Fall neu auf. Plötzlich gibt es Hinweise, dass Elaine noch lebt. Doch als Rosanna diesen Spuren folgt, ahnt sie nicht, dass sie selbst bald in Lebensgefahr schweben wird ...

 

Rimbaud und die Dinge des Herzens

Der »kleine Prinz« der Pariser Vorstadt »Weisst du, Charly, im Leben muss man lieben, und zwar sehr. Man darf niemals Angst haben, zu sehr zu lieben. Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben ... Verstehst du, Charly: Was auch geschieht, sieh zu, dass dein Herz immer voll ist.« Ein kleiner Junge sucht in der feindlichen Umgebung der Pariser Banlieue einen Tag lang nach seiner Mutter - und nimmt uns dabei mit auf eine Reise in eine überraschende Welt voller Hoffnung und Poesie. Eine moderne Fabel, die glücklich macht. Der zehnjährige Charly ist gewohnt, dass die Polizei seine Mutter aus ihrer Wohnung in dem heruntergekommenen Hochhaus holt - immer geht es um seinen Bruder Henry und dessen Drogenprobleme. Doch heute hat sie ihn zum ersten Mal in seinem Leben nicht angelächelt: Was ist passiert? Er muss sie finden, auch wenn er dafür die Schule schwänzt. Mit klopfendem Herzen läuft er durch das Viertel, erzählt von seinen Sorgen und von den zwei Frauen, die er liebt - seine Mutter und seinen heimlichen Schwarm Melanie. Und wenn er gar keine Antworten mehr findet, sucht er Zuflucht bei den Versen seines Lieblingsdichters Rimbaud. Jeder Leser wird den lebensmutigen, weisen Charly ins Herz schliessen und nicht mehr daraus entlassen.

 

Filmtipps:

Miral

Die junge hübsche Miral wächst als Schülerin des berühmten Dar-Al-Tifl-Instituts wohlbehütet und glücklich in Ost-Jerusalem auf. Ihre Lehrerin Hind erzieht ihre palästinensischen Schützlinge zu Menschlichkeit und Gewaltfreiheit. Als Miral erwachsen wird und sich in den politischen Aktivisten Hani verliebt, droht sie diese Ideale aus den Augen zu verlieren. Doch Hind kämpft um sie wie um ihre eigene Tochter ...
Kinomagier Julian Schnabel entwirft ein gewaltiges Epos über drei Frauen, die zusammen die Geschichte eines ganzen Volkes widerspiegeln.

 

The King’s Speech

Als Sohn des britischen Königs George V. gehört es zu Berties Pflichten, öffentlich zu sprechen. Für den zurückhaltend-besonnenen Mann eine Qual, denn seit seiner Jugend leidet er an einem schweren Stottern. Kein Arzt und kein Psychologe kann ihm helfen, weshalb sich Berties liebevoll sorgende Ehefrau Elizabeth an den exzentrischen Sprachtherapeuten Lionel Logue wendet.
Mit seinem forschen Auftreten und den unkonventionellen Behandlungsmethoden stösst er seinen adligen Patienten zunächst vor den Kopf. Bald aber zeigen sich erste Erfolge. Nach dem Tod seines Vaters und der Abdankung seines Bruders Edward VIII. wegen dessen Liebe zur geschiedenen Bürgerlichen Wallis Simpson, wird Bertie unter dem Namen George VI. 1936 unerwartet zu Englands neuem König. Öffentliche Auftritte und Radioansprachen lassen sich fortan noch weniger umgehen als zuvor, und nicht zuletzt der drohende Krieg erhöht den Druck auf den schüchternen Regenten.

Der Plan

Haben wir unser Schicksal selbst in der Hand oder sind geheime Mächte am Werk, die unser Leben steuern? In "Der Plan" darf David Norris einen Blick in die eigene Zukunft werfen - und beschliesst, sich der Vorsehung zu widersetzen.
Der ehrgeizige Politiker Norris steht kurz davor, einen Sitz im US-Senat zu bekommen, als er sich in die schöne Ballett-Tänzerin Elise verliebt. Aber zwischen ihnen und einer gemeinsamen Zukunft stehen mysteriöse Agenten, die alles zu verhindern versuchen, was nicht ihrem Plan entspricht.
Ein aussergewöhnlicher Thriller voller Leidenschaft und überraschender Wendungen mit "'Bourne'-Star Matt Damon als sanfter Held in einem hochromatischen Film."

 

Das Labyrinth der Wörter

Es ist die Geschichte über eine dieser Begegnungen, die ein ganzes Leben verändern können: das Zusammentreffen zwischen Germain, um die fünfzig, und Margueritte, einer alten Dame und leidenschaftlichen Leserin. Regisseur Jean Becker ist - nicht zuletzt dank seiner grossartigen Hauptdarsteller Gérard Depardieu und Gisèle Casadesus - ein charmant und humorvoll erzählter Film gelungen, der einmal mehr zeigt, dass es nie zu spät ist, sich Neuem zu öffnen!

Der dickliche Hilfsarbeiter Germain hat in seinem französischen Provinznest keinen leichten Stand. Seine Mutter tyrannisiert ihn und in der einzigen Bar tritt er von einem Fettnäpfchen ins Nächste. Eines Tages trifft er im Park auf die pensionierte Margueritte, die ihm vorzulesen beginnt, und ihn damit in die Literatur einführt. Die Lektüre bereitet ihm Anfangs erhebliches Kopfzerbrechen, bald jedoch verändert die charmant geweckte Liebe zu den Geschichten seine Sicht auf die Welt.

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